Schachclub Mitterteich

Chronik

In den 20er Jahren des 20 Jahrhunderts wurde in Mitterteich bereits Schach gespielt. Gesichert ist, dass spätestens 1924 Mitterteicher Bürger sich in zwangloser Form regelmäßig zu Gesellschaftsabenden trafen und dabei auch Schach gespielt wurde. Aus diesem Personenkreis entwickelte sich der Schachclub, der 1925 gegründet wurde. Einer der maßgeblichen Initiatoren und Gründungsmitglied war Alfred Georgi. Bis in die 60er Jahre war er der beste Mitterteicher Schachspieler und er verstärkte bis Ende des vorigen Jahrhunderts im hohen Alter von über 90 noch regelmäßig die erste und die zweite Mannschaft des Schachclubs.

Wie die meisten Vereinsaktivitäten, kam auch das Schach spielen im 2. Weltkrieg zum Erliegen. Nach dem Krieg wurde 1946 der örtliche Sportverein wieder gegründet mit einer Abteilung Schach. Diese hatte in diesen Jahren enormen Zulauf. Die Schachabteilung machte sich dann wieder selbständig und gründete 1949 den heutigen Schachclub unter dem Vorsitzenden Eduard Küblbeck. Alfred Georgi widmete sich mit großem Erfolg der Gewinnung und Ausbildung von Jugendlichen für das Schachspiel. Walter und Herbert Baier, Franz Freundl und Herbert Bauernfeind gingen durch seine Schule. Alle genannten prägten den Verein in den folgenden Jahrzehnten als Spieler und Funktionsträger. Die Spielstärke wurde gesteigert durch interne Turniere und Freundschaftskämpfe mit benachbarten Vereinen.

Ein erster großer Erfolg gelang Herbert Baier 1958 als Jugend-Oberpfalzmeister. Herbert Baier ist auch heute noch im Alter von über 75 eine wichtige Stütze der ersten Mannschaft des Schachclubs. Ab 1957 beteiligte sich der Schachclub mit seiner Mannschaft am offiziellen Ligabetrieb. Zunächst im Bezirk Oberpfalz, später seit 1961 im Schachbezirk Oberfranken.

V.l.n.r.: Paul Trapp, Franz Freundl, Alfred Georgi, Herbert Bauernfeind (Foto aus den 90ern)

v.links: Paul Trapp, Franz Freundl, Alfred Georgi, Herbert Bauernfeind (Foto aus den 90ern)

1959 übernahm Franz Freundl das Vorstandsamt, das er zunächst für 18 Jahre inne haben sollte. In dieser Zeit stellte der Verein regelmäßig zwei Mannschaften, die mit wechselnden Erfolgen um die Punkte kämpften.

Ab 1973 startete der Verein unter Federführung von Franz Freundl, Herbert Baier und Herbert Bauernfeind eine Jugend-Offensive, mit durchschlagendem Erfolg. 1975, zum 50-jährigen Jubiläum des Vereins, spielten 3 Senioren- und 2 Jugendteams auf Kreis- und Bezirksebene sehr erfolgreich um Punkte. Der spielerische Höhepunkt der Vereinsgeschichte folgte ab 1976, als die erste Mannschaft in der Bezirksoberliga, die zweite Mannschaft (mit vielen Jugendspielern) in der Bezirksliga Ost, und die dritte Mannschaft in der Kreisklasse A spielten. Dazu kam in diesen Jahren immer mindestens eine Jugendmannschaft. Die erste Mannschaft hielt sich mit Unterbrechungen die nächsten 20 Jahre in der Bezirksoberliga, während die zweite bald wieder abstieg und seitdem eine führende Rolle in der A-Klasse spielte.

1977 übergab Franz Freundl den Vorsitz an Herbert Bauernfeind. In dessen Amtszeit fiel 1985 der organisatorische Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Zum 60-jährigen Jubiläum in Verbindung mit der 850-Jahr-Feier der Stadt Mitterteich richtete der Schachclub den 51. Oberfränkischen Schachkongress aus. 88 Damen und Herren, sowie 60 Jugendliche bedeuteten damals einen neuen Teilnehmerrekord. Sie kämpften eine Woche lang um Titel und Medaillen.

1987 wechselte der Vorsitz wieder zurück von Herbert Bauernfeind auf Franz Freundl. Er hatte dieses Amt danach ununterbrochen bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2016 inne. Nach insgesamt 47 Jahren Amtszeit als 1. Vorstand und von 1959 bis 2016 immer als Vorstandsmitglied war er der erste und einzige Ehrenvorsitzende des Vereins.

Nach der Öffnung der Grenzen 1990 konnte sich der Schachclub lange Jahre mit Spitzenspielern aus Tschechien verstärken. Dazu kamen immer wieder starke Nachwuchsspieler. Die erste Mannschaft konnte sich so in der Bezirksoberliga halten bis 1997. Danach ging es stufenweise zurück bis zur A-Klasse 2003. Von 2009 bis 2013 mischte man nochmal die Bezirksliga Ost auf mit einer Mannschaft nur aus einheimischen Spielern. Seit 2015 spielt der Schachclub in einer Spielgemeinschaft mit Marktredwitz wieder in der Bezirksliga Ost.

2015, zum 90-jährigen Vereinsjubiläum, organisierte der Verein die Kreismeisterschaft im Blitzschach. 25 Teilnehmer aus dem Schachkreis Marktredwitz kämpften im Mehrgenerationenhaus um die Titel. Bei einem großen Ehrenabend, verbunden mit der Meisterfeier der ersten Mannschaft, wurden langjährige und verdiente Mitglieder geehrt. Franz Freundl erhielt dabei für sein Lebenswerk die höchste Ehrung des BLSV, die Verdienstnadel in Gold mit Brillanten und Kreuz.

Als Motor des Vereins darf Paul Trapp nicht unerwähnt bleiben. Er ist seit 1970 ununterbrochen als Spielleiter Mitglied der Vorstandschaft. Seit einiger Zeit übt er zusätzlich auch die Funktion des Kassiers aus. 2016 übernahm er das Amt des 1. Vorstands von Franz Freundl.